
Gleich am ersten Abend wartet das “UNDER THE BRIDGE”-Festival mit einem Schmankerl für Fans des schörkellosen Rock auf. PEACE bringt die wirklich großen Rock-Songs aus den vergangenen vier Dekaden zu Gehör. Ob “White Room” (Cream), “Mary Jane’s last Dance” (Tom Petty), “Radar Love” (Golden Earring), “One Way Out” (Allman Bros.) etc.
Und auch Peter Greens “Albatross” wird vermutlich elegant über Ruhr und Möhne schweben.
“It’s only Rock’n'Roll, but I like it …”
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Keine Chance für Mary Jane
Vol. #18 von Under the Bridge findet unter besonderen Umständen statt. Im Vorfeld des Festivals waren Sponsoren abgesprungen, “unterstützende Sachleistungen” seitens der Kommune beschnitten worden. Um dennoch unter der Brücke rocken zu können, war Sparen und Good-Will angesagt. “On Stage” sind in 2008 nur unentgeltlich spielende heimische Bands – für das Publikum gilt an allen drei Festival-Tagen: EINTRITT FREI !
Freitag, 08.08.2008. Kurz nach 19.00 Uhr eröffneten SHARK ATTACK das diesjährige Musik-Festival unter der Neheimer Autobahnbrücke. Trotz “Null-Eintritt” ließ der Besuch zunächst – auch dem miesen Wetter geschuldet – zu wünschen übrig. Auch wenn in einer Lokalzeitung zu lesen ist:
“Die Neheimer Band machte den Anfang, genoss ihr Heimspiel sichtlich und riss die Zuschauer sofort mit.”
war es ein eher zäher Beginn. Man muss schon Hardcore-Fan von Shark Attack sein, um die uninspirierte Aneinanderreihung von gängigen Riffs “gut zu finden.” Zweifellos ist bei den SHARK ATTACK-Mitgliedern technisches Können vorhanden. Doch wie sagte schon James Jamerson:
“If you don’t feel it, don’t play it.”
Nach SHARK ATTACK und vor dem Top-Act PEACE okkupierten TAPE JAM die Bühne. Nach ausgedehntem Soundcheck nettes Gedudel – halt ne beliebige, massenkompatible Pop-Cover-Combo.
Tja, und dann betraten PEACE die Bühne. Im Gegensatz zur Edelfeder der oben zitierten Zeitung konnte der Schreiberling dieses Beitrags nicht “meist jugendliche” Rockfans, sondern solche der Generation “um die 40+” ausmachen. Kurz: PEACE waren einmal mehr ein Klasse für sich; grandios die “People Get Ready”-Version mit Jimmy Klimsops Partnerin als “Special Guest”.
Leider kam es, wie es kommen musste: “Das Ordnungsamt macht Punk.”, so die Ansage seitens der Veranstalter. PEACE hatten sich gerade richtig warm gespielt, als der Gig quasi “von Amts wegen” und zum Unmut des Publikums beendet werden musste.
Es wären garantiert noch einige tolle Songs von PEACE zu hören gewesen – aber selbst “Mary Jane” bekam keine Chance.
Es ist unverständlich, wenn eine überregional bekannte und anerkannte Veranstaltung wie Under The Bridge dem Gängelband des Amtsschimmels ausgeliefert wird. Das seit über 20 Jahren existierende Festival sollte als “Mehrwert” für das Gemeinwesen (Groß-)Arnsberg – wie der Kunstsommer oder die großen Volksfeste – betrachtet und in vertretbarem Rahmen gefördert werden. Die “Marke” Under The Bridge droht wie das seinerzeit europaweit bekannte Schriftsteller-Kolloquium durch Ignoranz in der Versenkung zu verschwinden.
Jegliche Kritik an oben erwähnten Bands ist total subjektiv. Und weil Qualität ihren Preis hat, “ist ohne Moos nix los!”
Höchste Zeit, nicht nur den Ruhrtal-Radweg, die KulturSchmiede oder den Kunstsommer in kulturellen Top-Priority-Listen zu führen.